Geradschleifer: Test & Vergleich 12/2021

Wenn man im Stahlbau arbeitet oder Oberflächen aus Metall in einer Schlosserei bearbeiten möchte, ist dieses Gerät die beste Wahl.

Ein Geradschleifer ist das richtige Gerät, um Schweißnähte abzuschleifen oder zu verputzen. Er ist jedoch nicht für den Dauerbetrieb geeignet, dafür sollte man ein druckluftbetriebenes Gerät verwenden.

Der Test zeigt, dass ein hochwertiges Gerät zwischen 100 und 200 Euro kosten kann. Daher sollte man beim Kauf ein paar Dinge wie Leistung und Handhabung berücksichtigen.

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Für was braucht man einen Geradschleifer?

In erster Linie verwendet man einen Geradschleifer für die Oberflächenbearbeitung im Stahlbau oder der Schlosserei. Schwer zugängliche Stellen kann man leicht mit dem schmalen Schleifkopf erreichen.

Aber das Elektrowerkzeug schleift Material nicht nur ab, sondern kann auch Schweißnähte verputzen. Das ist eine typische Aufgabe in der Stahlindustrie oder beim Schlossereihandwerk.

Der Schleifer kommt im Werkzeug- und Formenbau zum Einsatz. Damit lassen sich Biegewerkzeuge wieder in Stand bringen. Die Körnung der Schleifscheiben hängt in diesem Fall von der Situation und dem Material, das man behandelt, ab.

Der große Vorteil dieser Geräte ist, dass sie aufgrund ihrer schmalen, kleinen Form an fast jede Stelle herankommen.

Kompaktes Hochleistungsgerät

Grundsätzlich sind diese Werkzeuge recht leicht und ihre ergonomische Form macht die Arbeit mit ihnen um einiges angenehmer. Aber trotzdem haben diese Geräte ziemlich viel Kraft und Leistung.

Die meisten der Elektromotoren können mit 250 bis 800 Watt aufwarten, welche sich direkt auf das Werkstück übertragen.

Präzise Arbeiten sind so problemlos möglich. Der Geradschleifer hat in vielen Bereichen auch viele Ähnlichkeiten mit einem Winkelschleifer oder einer Schattenfugensäge.

Wann eignet sich der Druckluft-Geradschleifer besser?

Vor allem bei längeren Arbeiten oder im Dauerbetrieb eignet sich der Druckluft-Geradschleifer besser. Um mit dieser Variante arbeiten zu können, benötigt man einen Luftkompressor. Dieser treibt die Druckluftturbine an.

Die Druckluftanlage sollte genügend Leistung mitbringen, um eine optimale Leistung erzielen zu können. Für Hobby-Handwerker, oder wenn das Gerät nicht so lange in Betrieb ist, ist ein herkömmlicher Geradschleifer mit Elektromotor sehr empfehlenswert.

Was kostet ein Geradschleifer?

Durch ihre Beliebtheit und das große Angebot am Markt, sind diese Geräte in allen Preisklassen erhältlich. Einsteiger-Modelle bekommt man bereits ab 30 bis 50 Euro, obwohl diese wenig Leistung und kaum Extras haben.

Sie schnitten auch im Test nicht besonders gut ab. Nach oben hin sind die Möglichkeiten offen. Besonders hochwertige Modelle von namhaften Herstellern können auch leicht 1.500 Euro kosten.

Gute Qualität und beständige Leistung erhält man um die 200 Euro. Diese Geradschleifer sind zuverlässig. Man sollte aber auch immer auf Angebote achten, da gute Maschinen zwischen 100 und 200 Euro leicht erhältlich sind.

Die wichtigste Frage, die man sich vor dem Kauf stellen sollte, ist, wie man das Gerät benutzen möchte. Verwendet man das Gerät im privaten Bereich für Hobby-Zwecke?

Geradschleifer im Test – so sehen die Sieger aus

Geräte, die im Test besonders gut abschnitten, waren meist Modelle mit einer hohen Wattanzahl. Der Motor ist sehr leistungsstark und besitzt meist eine selbst einzustellende Drehvorwahl. Das verspricht eine leichte Handhabung und bietet viele weitere tolle Extras.

Besonders die Maschinen zwischen 400 und 650 Watt waren im Test sehr beliebt. Die Umdrehungszahl lag meist um die 10.000 bis 30.000 Umdrehungen pro Minute.

Schwierige Oberflächen, egal ob im Stahlbau oder in der Schlosserei, zu bearbeiten war kein Problem mehr. Das liegt an der langen Schleifspindel, die sich im Test bewährt hat.

Die Geradschleifer mit Druckluft hielten sich im Test auch besonders gut. Beliebt waren vor allem die Geräte, die zuverlässig arbeiteten und eine einfache Handhabung aufwiesen.

Ein Arbeitsdruck von knapp 6 bar brauchte einen Luftbedarf um die 300 Liter, diese Werkzeuge lieferten überzeugende Ergebnisse im Test.

Auch Arbeiten wie Fräsen, Entgraten oder Gravieren von Materialien waren für diese Geräte kein Problem. Meistens ließ sich auch die Drehzahl genau regulieren.

Geradschleifer und Stabschleifer – was ist der Unterschied?

Eine kleine Übersicht macht die Unterschiede der beiden Geräte deutlich:

Geradschleifer:

  • Antrieb: Elektromotor
  • Drehzahl: bis zu 25000 Umdrehungen pro Minute
  • Vorteile: Nur Stromanschluss notwendig
  • Nachteile: Leistung nicht so hoch wie Stabschleifer

Stabschleifer:

  • Antrieb: Druckluft
  • Drehzahl: bis zu 25000 Umdrehungen pro Minute
  • Vorteile: optimal für lange und regelmäßige Nutzung
  • Nachteile: braucht einen Kompressor

Welche Varianten gibt es und wie findet man die passende?

Der Unterschied bei den Geradschleifern liegt in der Art der Energiezufuhr. Dabei gibt es drei verschiedene Varianten:

  • Gerät mit Akku
  • Mit Netzbetrieb
  • Gerät mit Druckluft

Eigenschaften, wie die Leistung oder der handliche Umgang, spielen eine Rolle bei der Kaufentscheidung. Denn es kommt darauf an, wie oft man den Geradschleifer verwendet.

Geradschleifer mit Akku: Vor- und Nachteile

Der Geradschleifer mit Akku hat am Ende kein Kabel oder keinen Schlauch. Damit hat man viel Bewegungsfreiheit und das Gerät ist mobil.

Für kurze Arbeitszeiten oder bei einem eingeschränkten Arbeitsraum ist man mit dieser Variante gut bedient. Ein Kabel und ein Kompressor können viel Platz wegnehmen.

Jedoch hat dieses Gerät auch Nachteile. Die Leistung ist oft geringer als die der anderen Varianten. Es erfüllt seinen Zweck, aber man sollte sich vor dem Kauf auch informieren, ob der Akku enthalten ist.

Ansonsten kann es leicht passieren, dass hohe Zusatzkosten anfallen.

Vorteile:

  • Geräte sind handlich
  • Versprechen Bewegungsfreiheit und sind flexibel

Nachteile:

  • Leistung oft nicht so stark
  • Akku muss man immer wieder aufladen
  • Akkuzukauf möglich, aber mit hohen Kosten verbunden
  • Teilweise sehr schwer

Geradschleifer mit Netzbetrieb: Vor- und Nachteile

Diese Geräte sind im Grunde eine Kombination aus Hobby-Variante und Profi-Gerät. Die Auswahl bei den verschiedenen Modellen ist hier besonders groß, da diese Varianten sehr beliebt sind.

Dieses Modell lässt sich weitaus länger benutzten als die Geräte mit Akku. Auch die Leistung ist um einiges stärker als bei anderen Geräten. Man muss nur dafür sorgen, dass eine Steckdose in der Nähe ist.

Das Gewicht ist auch unterschiedlich, diese Varianten sind etwas leichter als die akkubetriebenen. Sie ist recht flexibel und vereint viele positive Eigenschaften der drei Varianten in einem Gerät.

Für alle, die öfter etwas schleifen, gravieren oder fräsen müssen, ist dieser Geradschleifer eine gute Wahl.

Vorteile:

  • leicht zu handhaben
  • starke Leistung

Nachteile:

  • unübersichtlich durch viele Kabel
  • Reichweite eingeschränkt

Geradschleifer mit Druckluft: Vor- und Nachteile

Für diese Variante muss ein Kompressor vorhanden sein. Denn ohne diesen kann keine Druckluft entstehen. Das ist eine wichtige Vorüberlegung, bevor man sich ein druckluftbetriebenes Gerät zulegen möchte.

Je nach Qualität und möglicher Leistung können diese Geräte mehrere hundert Euro kosten.

Auch bei diesen Modellen ist man in seiner Bewegungsfreiheit eingeschränkt, da der Geradschleifer am Kompressor festgemacht ist. Man bleibt also an den Einsatzort gebunden.

Die Vorteile sind jedoch sehr zahlreich. Für alle, die oft mit so einem Gerät arbeiten müssen, ist diese Variante sehr empfehlenswert.

Die Leistung ist bei diesen Modellen sehr hoch und sie sind bei weitem nicht so schwer wie die anderen. Im Vergleich wiegen die Varianten mit Druckluft um die 400 Gramm, während die Variante mit Akku bereits 2 Kilogramm wiegen kann.

Vorteile:

  • Starke Leistung
  • Nicht schwer, leicht zu handhaben

Nachteile:

  • Ortsgebunden wegen Kompressor
  • Teilweise ziemlich teuer

Welche Kriterien sind beim Kauf wichtig?

Beim Geradschleifer gibt es zwei Kriterien, die sehr wichtig sind und die Kaufentscheidung um einiges erleichtern kann. Es geht hier vor allem um die diese beiden Bereiche, die man auch im Test berücksichtigt hat:

  • Leistung
  • Handhabung

Leistung

Bei technischen Werkzeugen spielt die Leistung der Maschine immer eine wichtige Rolle. Besonders hier rentiert es sich, einen Blick auf die Watt- und Drehzahl zu werfen.

Eine gute Empfehlung sind Geräte ab 500 Watt Leistung. So kann man diverse Schleifarbeiten, wie das Polieren von Schweißnähten ,ohne Probleme durchführen.

Feinarbeiten lassen sich auch mit einer geringeren Anzahl schaffen. Aber auch die Drehzahl ist sehr wichtig. Eine Leerlaufdrehzahl von 5.000 bis 100.000 pro Minuten lässt sich mit verschiedenen Modellen erreichen.

Höhere Drehzahlen deuten auf einen Druckluft-Geradschleifer hin. Man kann sich auch Folgendes merken: Je höher die Watt- und Drehzahl, desto besser.

Höchstleistungen mit dem Druckluft-Geradschleifer

Die druckluftbetriebene Variante ist eindeutig der Profi unter den Geradschleifern. Sie bringen die höchste Leistung, verglichen mit den Akku-Modellen. Die goldene Mitte machen die Geräte mit Netzbetrieb.

Der Motor der Druckluft-Modelle ist stark gebaut und halten dem Druck stand, ohne den Motor zu sehr zu überhitzen. Neben den Watt sollte man auch auf die Lebensdauer des Akkus achten.

Oft versprechen diese langen Laufzeiten ohne Ladestopp, aber oft leidet die Qualität darunter. Sie sind nicht so leistungsstark und auch bei den Drehzahlen treten oft Probleme auf.

Die Verarbeitung der Geräte sagt viel über die Qualität aus. Die Stabilität leidet oft unter den vielen Plastikteilen, die im Inneren verbaut sind.

Dies müssten schon gut gehärtet sein und bestimmten Sicherheitsstandards entsprechen. Ein wichtiger Punkt ist zum Beispiel die Hitzebeständigkeit. Wenn das Gerät lange in Betrieb ist, lässt sich Hitze nicht vermeiden.

Im schlimmsten Fall schmelzen diese schlecht verarbeiteten Kunststoffe und hinterlassen Schäden am Werkzeug oder am Werkstoff. Man sollte daher vermehrt auf Prüfsiegel achten. Mit diesen lassen sich solche Vorfälle gut vermeiden.

Handhabung

Um angenehmes Arbeiten zu ermöglichen, sollte die Maschine handlich sein und leicht in der Hand liegen. Eine gute Voraussetzung ist ein Geradschleifer mit stabilem Gehäuse. So liegt der Griff gut in der Hand.

Wichtig ist auch, dass der Bediengriff erreichbar ist und einen reibungslosen Ablauf ermöglichen kann. Namhafte Hersteller geben dazu genaue Angaben zum Schleifkörperwechsels an. Ansonsten sollte man hier definitiv noch einmal nachfragen.

Lautstärke und Gewicht

Wenn man lange mit dem Gerät arbeitet, sind diese beiden Komponenten besonders wichtig. Ansonsten kann der Lärm über längere Zeit sehr belastend sein.

Man sollte daher darauf achten, dass das Werkzeug einen Lautstärkepegel von 80 Dezibel nicht überschreitet. Diese Lautstärke ist mit einem Rasenmäher oder einem vorbeifahrenden Auto zu vergleichen.

Das Gewicht spielt auch eine erhebliche Rolle. Ist das Elektrogerät zu schwer, wird die Arbeit mühsam und lässt einen schneller ermüden.

Die Schleifer, welche mit Strom oder Druckluft funktionieren, sollten nicht über 1,5 Kilogramm wiegen. Solche Modelle sind trotzdem sehr leistungsstark und müssen nicht unbedingt schwerer sein.

Gewicht und Leistung sollten gut harmonieren. Angaben des Herstellers können darüber bessere Auskunft geben.

Soft Grip – rutschfester Griff am Gerät

Soft Grip stellt angenehmes Arbeiten sicher und bewies auch im Test seine Vorteile. Der rutschfeste Griff und das weiche Material sorgen für eine gute Handhabung.

Vor allem wenn man während der Arbeit zu schwitzen oder zu verkrampfen beginnt. Für langes Arbeiten empfiehlt sich der Soft Grip besonders. Vor dem Kauf sollte man darauf achten, dass dieser Griff bereits im Lieferumfang enthalten ist.

Anderes nützliches Equipment

Wie oben bereits erwähnt, sollte ein Akku für ein akkubetriebenes Gerät in der Lieferung enthalten sein. Erstklassige Geräte enthalten sogar einen zusätzlichen Ersatzakku, neben dem Hauptakku.

Ein weiteres Merkmal für hochwertige und erstklassige Geräte ist ein mitgelieferter Koffer oder Tasche. So lässt sich der Geradschleifer leicht transportieren.

Brauche ich bestimmtes Zubehör für einen Geradschleifer?

Es kommt hier auf das Einsatzgebiet an, pauschal lässt sich diese Frage nicht so einfach beantworten. Ein Einmaulschlüssel ist jedoch ein fixer Bestandteil der Ausrüstung.

Dieser ist besonders für die Werkzeugaufnahme wichtig. Die meisten Geräte liefern dieses zusätzliche Stück mit.

Eine Spannzange gehört auch zur Grundausrüstung und ist meist auch im Lieferumfang enthalten. Dieses Tool umfasst die Welle der Fräse. Die Größe der Spannzange ist vom Aufsatz abhängig und wird mit dem Einmaulschlüssel festgezogen.

Am Stiel ist der Schleifkörper befestigt und kann mit dem Einmaulschlüssel in die Spannzange eingespannt werden. In der Regel haben diese Stifte eine Dicke von guten 8 Millimetern und passen wie angegossen in den Geradschleifer.

Meistens haben sie geometrische Formen und lassen sich für die verschiedensten Zwecke verwenden. Die folgenden Schleifaufsätze finden oft Verwendung:

  • Polierscheiben
  • Drahtbürsten
  • Frässtifte
  • Schleifwalzen und Schleifstifte

Wo kommen Geradschleifer noch zum Einsatz

Die verschiedenen Geradschleifer kommen aber nicht nur im Handwerksbereich, Stahlbau oder der Schlosserei zum Einsatz. Besonders feine Geräte kommen auch in der Zahntechnik zum Einsatz und sind kaum mehr wegzudenken.

Auch als Präzisionswerkzeug bekannt ermöglichen sie feines Bohren und Abschleifen der Zähne ohne Schaden zu nehmen.

Im Schmuckbereich sind diese auch weit verbreitet und beliebt. Juweliere und Goldschmiede nutzen diese Werkzeuge, um Gravuren zu erstellen.

Die Aufsätze sind besonders filigran, da man ansonsten empfindliche Stellen im Metall zerstören könnte.