Rasenwalze: Test & Vergleich 09/2021

Grundsätzlich ist eine Rasenwalze eine hohle, umgekippte Tonne, an der oben und unten seitlich ein Gestell befestigt ist, welches die Tonne mit einem langen Stiel verbindet.

Wozu wird eine Rasenwalze eingesetzt?

Erdverdichtung

Mit einer Rasenwalze verdichtet man zum einen die Erde. Dadurch werden gerade eingesäte Rasensamen in den Boden gedrückt oder ausgelegter Rollrasen auf eine einheitliche Höhe gebracht.

Bodenebnung

Das zweite große Einsatzgebiet der Rasenwalze ist die Bodenebnung. Die Ebnung der Erdschicht ist nötig, bevor man Gehwegplatten verlegt, um nach einem Aushub die Höhe der betroffenen Stelle wieder an die Umgebungshöhe anzugleichen oder zur Beseitigung von Unebenheiten im Rasen.

Solche Unebenheiten entstehen zum Beispiel, wenn Wühlmäuse und Frost den Boden anheben. Dies ist vor allem im Herbst der Fall, kommt aber grundsätzlich ganzjährig vor. Mit einer Rasenwalze ebnet man den ungewollt angehobene Rasen dann wieder.

Auch flache Erdhügel plättet man mit der Rasenwalze. Maulwurfshügel überfordern das Gerät jedoch. In diesem Fall muss man die Erde zunächst von Hand abtragen. Erst dann kommt die Walze zum Einsatz.

Muster walzen

Außerdem kann man mit dem Gerät Muster in den Rasen walzen. Das funktioniert, da die Walze die Grashalme in eine Richtung kippt. Je nach Walzrichtung sieht man also die Ober- oder die Unterseite der Grashalme, sodass Muster zu erkennen sind.

Voraussetzungen für den Einsatz

Der Boden sollte beim Einsatz der Walze leicht feucht sein, da sie nicht schwer genug ist, um lehmigen Boden zu ebnen und auf sandigem Boden zur Seite wegrutscht. Vor allem leichte Rollen haben Probleme mit Untergründen, die nicht ideal sind.

Die Bedienung der Walze

Eine Rasenwalze kann man sowohl schieben als auch ziehen. Beim Ziehen bewegt man sie zuerst Bahn für Bahn und anschließend noch einmal in die Querrichtung. Es gibt auch die Möglichkeit, einen immer engeren Kreis ziehen.

Welche Möglichkeit am besten geeignet ist, hängt von der Größe und Form der Fläche, die zu walzen ist, ab.
Es ist körperlich weniger anstrengend, die Walze zu ziehen als sie zu schieben.

Trotzdem ist bei sie bei lockerem Boden das Schieben zu empfehlen, da sich die Fläche sonst ungewollt verdichtet. Das Ziehen der Walze ebnet entstehende Fußabdrücke nicht ein.

Das Schieben verhindert diese Unebenheiten im Boden. Beim Verlegen von Rollrasen ist sowohl Schieben als auch Ziehen möglich.

Neben den vor allem im Heimgarten gebräuchlichen Handwalzen gibt es auch Modelle, die als Anhänger gezogen werden, sowie motorisierte Rasenwalzen. Diese nutzt man vor allem für die Bearbeitung sehr großer Flächen.

Im Test schnitten die Anhänger-Walzen etwas besser ab, jedoch sollte man beachten, dass sich für den Privatgebrauch eher Handwalzen eignen, da kein zusätzliches Fahrzeug zum Ziehen benötigt wird und die Walzen aufgrund ihres geringeren Gewichts handlicher sind.

Außerdem sind sie wendiger und lassen sich auch auf kleineren Flächen gut einsetzen, da sie eine geringere Arbeitsbreite und einen geringeren Walzendurchmesser haben.

Wie sich schon angedeutet hat, gibt es Unterschiede bei der Arbeitsbreite, dem Walzendurchmesser, dem Füllmaterial, dem Füllvolumen und dem Gewicht.

Diese Merkmale und die Vor- sowie Nachteile verschiedener Varianten sollte man beim Kauf berücksichtigen. Auch der Test beurteilte sie.

Die Füllung und das Gewicht der Walze

Die Walze befüllt man mit Wasser, Sand, Kies oder Beton, sodass sie ein Gewicht erhält, das es ermöglicht, genug Druck auf den Boden auszuüben und gleichzeitig die Rasenwalze transportieren zu können.

Einige Modelle haben auch eine Kiesfüllung. Insgesamt ist bei Walzen mit Wasser-, Sand- oder Kiesfüllung zu beachten, dass sie eine große Öffnung zum Einfüllen des Füllmaterials haben, sodass das Einfüllen und Ablassen des Inhalts in kurzer Zeit möglich ist.

Wasserfüllung

Eine Rasenwalze mit Wasserfüllung wiegt zwischen 10,5 und 13 Kilogramm und hat ein Füllvolumen von 46 bis 140 Litern. Die Befüllung mit Wasser hat die Vorteile, dass das Gewicht bei jeder Nutzung eigenständig veränderbar ist, Wasser günstig in jedem Garten zur Verfügung steht und die Befüllung und Entleerung der Walze ohne großen Aufwand möglich ist.

Nachteilig ist, dass dieses Füllmaterial leichter ist als andere und die Walze somit bei gleicher Walzengröße einen geringeren Druck auf den Boden ausübt. Des Weiteren muss man unbedingt darauf achten, die Walze zu entleeren, bevor es friert, da das entstehende Eis sonst das Gehäuse zum Platzen bringt.

Sandfüllung

Eine mit Sand gefüllte Walze hat ein Gewicht von 10,5 bis 23 Kilogramm und ihre Füllung ein Volumen von 29 bis 140 Litern, also jeweils eine sehr große Bandbreite. Beim Befüllen mit Sand besteht wie auch bei der Wasserfüllung der Vorteil, dass das Gewicht individuell regulierbar ist.

Vorteilhaft ist zudem, dass Sand schwerer ist als Wasser und die Rasenwalze somit bei einer Sandfüllung mehr Druck auf den Boden ausübt. Die Nachteile sind, dass Sand mehr Geld kostet als Wasser, das Befüllen der Walze nur mithilfe eines Trichters möglich ist und das Gewicht nicht so groß ist wie bei einer Betonfüllung. Ihr Gewicht ist für das Walzen des Heimgartens jedoch zumeist völlig ausreichend.

Betonfüllung

Eine mit Beton gefüllte Walze hat die Vorteile, dass sie schwerer ist als eine mit Sand oder Wasser gefüllte Walze, sie in den meisten Fällen eine Anhängervorrichtung hat und gut auf großen Flächen eingesetzt werden kann.

Die Nachteile sind, dass die Handhabung schwieriger ist als die Handhabung von Modellen mit anderer Füllung und der Beton zusätzliches Geld kostet.

Auch wenn sich die Preise pro Kubikmeter bei Sand und Beton ähneln (ein Kubikmeter kostet zwischen 80 und 100 Euro), ist die Befüllung mit Beton deutlich aufwändiger: Der Befüllvorgang dauert länger und es schließt sich noch die Aushärtungszeit an.

Zudem besteht das Risiko einer Unwucht aufgrund von Lücken beim Befüllen und die Füllmenge und damit das Gewicht ist später nicht mehr veränderbar.

Aufgrund ihres großen Gewichts ist es schwieriger Betonwalzen zu transportieren, da man sie meistens als Anhänger ziehen muss. Somit sind mit Beton gefüllte Walzen für den Heimbedarf eher unpraktisch. Der Test hat keine Walze mit Betonfüllung bewertet.

In der Praxis

Im Test schnitten Modelle mit unterschiedlichen Füllungen, aus allen Gewichtsklassen und mit den verschiedensten Volumina sehr gut ab. Welches Füllmaterial, Gewicht und Volumen am besten geeignet ist, hängt von der Nutzung ab und lässt sich nicht allgemeingültig am Ergebnis, das die Walzen bei dem Test erzielt haben, festmachen.

Aufgrund ihres großen Gewichts und der schwierigen Handhabung sind Betonwalzen für den Heimbedarf eher unpraktisch, während Wasser- und Sandwalzen mit der Variabilität der Füllmenge punkten.

In jedem Fall sollte man bei individuell befüllbaren Walzen eher ein zu großes als ein zu kleines Leergewicht wählen, da man ersteres immer noch durch das Reduzieren der Füllmenge nach unten korrigieren kann.

Sollte das Gewicht doch zu gering sein, kann man es erhöhen, indem man die Rasenwalze bis zur maximalen Füllhöhe mit Sand befüllt und anschließend den Sand mit Wasser durchnässt. Allerdings ist es sehr kompliziert, den nassen Sand nach dem Einsatz aus der Walze herauszubekommen.

Arbeitsbreite

Bei der Arbeitsbreite, also der Breite der Walze und des Gestells zusammengenommen, gibt es große Unterschiede. Sie liegt bei 40 bis 100 Zentimetern.

Handwalzen haben in den meisten Fällen eine Arbeitsbreite von 40 bis 70 Zentimetern. Im Test schnitten Modelle mit den unterschiedlichsten Arbeitsbreiten gut ab.

Walzendurchmesser

Eine Rasenwalze hat je nach Modell einen Durchmesser von 28 bis 45 Zentimetern. Walzen mit einem Durchmesser von 30 Zentimetern schnitten im Test besonders gut ab. Sowohl für die Arbeitsbreite als auch für den Walzendurchmesser gilt, dass es keine allgemeinen Idealmaße gibt.

Welche Maße am besten passen, hängt vom Umriss und der Größe der zuwalzenden Fläche ab und muss daher individuell entschieden werden.

Breite Rasenwalzen haben den Vorteil, dass sie einige Arbeitsgänge ersparen, enge Wendungen sind hingegen deutlich schwieriger zu bewältigen als mit schmalen Walzen.

Ein Vorteil letzterer ist, dass sie mehr Druck auf den Boden ausüben als breitere Walzen mit dem gleichen Gewicht. Schmale Walzen sind daher sehr gut geeignet, um Wege anzulegen: Bei dieser Anwendung muss man auf einer kleinen Fläche sehr viel Druck ausüben.

Sehr schmale Walzen bleiben aufgrund ihres geringeren Gewichts allerdings häufiger in frischer Erde oder sandigem Boden stecken und sind bei ungünstigen Bedingungen schwerfälliger.

Andererseits ist der Transport einfacher und sie nehmen weniger Stauraum ein. Für den Heimbedarf sind die schmaleren Walzen, die auch im Test am besten abschnitten, empfehlenswert.

Schubbügel/Stiel

Es ist wichtig, darauf zu achten, dass der Stiel der Walze griffig und fest mit der Walze verschraubt ist, immerhin wird damit je nach Walze ein Gewicht von mehr als 20 Kilogramm bewegt.

Der Stiel hat modellabhängig eine Länge von einem Meter bis zu 1,5 Metern. Im Test erreichten Modelle mit etwas längerem Schubbügeln die besten Ergebnisse.

Gehäuse

Das Gehäuse der Walze besteht aus Stahl, Metall oder Kunststoff. Im Test schnitten Walzen aus Stahl am besten ab, allerdings wurden bei diesem Test auch hauptsächlich Gehäuse aus Metall und Stahl beurteilt, nur ein im Test bewertetes Gehäuse war aus Kunststoff gefertigt.

Die Industrie verwendet Stahl auch am häufigsten zur Walzenherstellung. Wichtig ist, dass das Material seine Form behält sowie langlebig und nicht anfällig für Rost ist. Deshalb ist es sinnvoll, bei Stahlwalzen darauf zu achten, dass sie durch eine Pulverlackbeschichtung vor Witterungseinflüssen und Rost geschützt sind.

Häufig bestehen Rasenwalzen auch aus dem Kunststoffmaterial Polyethylen. Es ist witterungsbeständig, sehr hart und anders als Stahl relativ leicht, sodass es sich bei guter Qualität und Verarbeitung sehr gut eignet.

Wenn der Kunststoff minderwertig ist, zeigt sich das in Form von porösen Oberflächen, Rissen und Verformungen. Die Walze sollte auch von innen beschichtet sein, um bei einer Wasserfüllung vor Rost und bei einer Sandfüllung vor dem Abschmirgeln des Gehäusematerials geschützt zu sein.

Optionale Zusatzteile

Dornen-Ringe/ Aerator-Set

Auf manche Walzen kann man Ringe, an denen Dornen befestigt sind, ziehen. Die Ringe werden Aerator genannt. Die Dornen, auch Spikes genannt, stechen beim Walzen in den Boden und lockern dadurch festen Boden auf.

Dabei belüften sie den Boden. Somit ist die Rasenwalze ein Aerifizierer, also einem Rasenlüfter. Daher stammt auch der Name „Aerator“. Im Kaufumfang der im Test bestbewerteten Modelle ist ein Aerator-Set enthalten.

Erdabstreifer

Ein Erdabstreifer streift - wie der Name schon sagt - an der Walze festhängende Erde ab und verhindert dadurch, dass sich Grasreste und Erde im Gehäuse sammeln und die Walze deshalb nicht mehr gleichmäßig walzt.

Er ist meistens ungefähr einen Zentimeter über dem Zylinder am Stiel befestigt. Der Großteil der Rasenwalzen hat beim Kauf einen Erdabstreifer, daher hat der Test ihn nicht als einzelnes Kriterium erhoben.

Rasenwalze pflegen

Damit eine Rasenwalze lange gut erhalten bleibt, sind ein paar Dinge zu beachten.

Transport

Eine Rasenwalze sollte man nicht über Schotter oder Asphalt Grollen, da dies der Lackierung schadet. Sie verschrammt und in den Schrammen bleibt beim nächsten Einsatz Erde hängen, die die Arbeit erschwert. In den höheren Preisklassen bieten die Hersteller die Walzen häufig mit passenden Transporträdern an.

Säuberung

Nach jedem Einsatz der Walze fegt man die haftende Erde mit einem Besen vom Gehäuse oder spritzt dieses mit einem Gartenschlauch ab, bevor man die Walze eingelagert.

Lagerung

Aus Walzen mit Wasserfüllung sollte direkt nach dem Ende der Arbeit das Wasser abgelassen werden. Das ist vor allem bei Stahlwalzen wichtig, da diese ansonsten von innen Rost ansetzen.

Bei einer Sandfüllung ist es nicht zwingend nötig, den Sand nach der Benutzung zu entfernen. Dies kann allerdings sinnvoll sein, um den Transport zu erleichtern.

Pflege

Gelegentlich sollte Sprühöl man auf die Nabe geben, damit die Walze leichtgängig bleibt. Falls der Verschluss der Walze eine Dichtung aus Gummi hat, sollte man diese bei Gelegenheit mit einem Pflegemittel einfetten. Dazu eignen sich zum Beispiel Pflegestifte für Autos.

Kauf einer Rasenwalze

Am naheliegensten ist es, Rasenwalzen im Fachhandel für Gartengeräte, im Baumarkt oder im Gartencenter zu kaufen. Aber auch Maschinenbau-Hersteller bieten teilweise Gartenwalzen an, da diese selbstverständlich im Garten- und Landschaftsbau und in der Landwirtschaft sowie darüber hinaus auch im Straßenbau von Gebrauch sind.

Eine weitere Möglichkeit zum Erwerb einer Rasenwalze ist das Internet. Direkt in den Onlineshops der Hersteller, bei Händlern oder über Verkaufsplattformen findet man eine große Auswahl an Walzen.

Der Vorteil des Kaufs über das Internet ist, dass man eine größere Auswahl an Modellen hat als im örtlichen Handel und so einfacher ein Modell findet, dass den persönlichen technischen Ansprüchen und preislichen Vorstellungen entspricht.

Im Handel vor Ort besteht hingegen die Möglichkeit, sich fachmännisch beraten zu lassen und die Modelle vielleicht auch einmal in die Hand zu nehmen anstatt nur auf einen objektiven Test zu vertrauen.

Preis

Der Neupreis einer Rasenwalze liegt zwischen 20 Euro und deutlich mehr als 100 Euro. Es gibt kein Kriterium, an dem sich die großen Preisunterschiede eindeutig festmachen lassen, wobei größere Modelle natürlich entsprechend teurer sind als kleinere Geräte.

Modelle, die über 100 Euro kosten, sind meistens Profigeräte, die motorisiert sind oder als Anhänger genutzt werden. Vor allem Greenkeepern oder Landwirten setzen sie ein. Diese Modelle sind für den Heimgarten nicht zu empfehlen.

Alternative zum Kauf

Übrigens muss nicht jeder Nutzer direkt eine Rasenwalze kaufen. Verschiedene Anbieter, zum Beispiel Baumärkte oder Gartenfachhandel, bieten auch Walzen zur Miete an. Der Mietpreis unterscheidet sich wie auch der Kaufpreis je nach Modell und Anbieter und ist vor Ort zu erfragen.